Eisenbahnbezogene Forschung

INDRES-M

Logo des BMVI-Programmes mFUND
Logo des BMVI-Projektes mFUND

Mit der Digitalisierung verändern sich Arbeitsweisen und Kundenbeziehungen zwischen Eisenbahnverkehrs- und -infrastrukturunternehmen grundlegend. Für Fahrplanauskünfte, Trassenbestellungen oder Instandhaltungs- und Bauplanungen etwa werden seit einigen Jahren fast ausschließlich datenbankgestützte elektronische Verfahren verwendet. Die unkomplizierte Bereitstellung dieser Daten stellt jedoch für nicht-bundeseigene (NE) Eisenbahninfrastrukturunternehmen eine große Herausforderung dar. Historisch bedingt handelt es sich bei den Daten der NE-Bahnen in der Regel um lokal erzeugte, jedoch überwiegend nicht digitale Infrastrukturdaten. Die Mehrzahl der Infrastrukturbetreiber hat ihre Strecken darüber hinaus nach der Bahnreform mit ungenügenden, analogen und auch bis heute nicht nachgeführten Bestandsdaten übernommen. Allen gemein ist eine heterogene Daten- und Schnittstellenlandschaft, welche sich entweder in Papier-Planunterlagen oder in digitalen Daten in nicht weiter verarbeitbaren Datenformaten manifestiert.

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Kernziel von INDRESM ist die Erarbeitung einer pro­zessorientierten und bedienerfreundlichen digi­talen Lösung, mit der kleinere Eisenbahnen eine ein­heit­­­liche, kohärente und digitale Datenbasis ihrer In­fra­­­strukturen langfristig sicherstellen und nutzen können. Die Realisierbarkeit eines solchen NE-Infrastruktur­daten-Registers zur Einbindung in bestehende Geschäftsprozesse soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geprüft werden. Die Projektlaufzeit beträgt 9 Monate und beinhaltet 4 Arbeitspakete.

Projektsteckbrief des BMVI

Pressemeldung des DLR

Projektlaufzeit: 1. Mai 2019 bis 31. Januar 2020
Förderkennzeichen: VB18F1021A
Gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur


AZubiG – Elektroniksystem zur automatischen Zugbildung für Güterwagen

Das zu transportierende Güter­verkehrs­aufkommen ist in den letzten Jahren stetig angewachsen. Eine weiterhin steigende Transport­leistung ist zukünftig ebenfalls zu erwarten. Jedoch profitieren nicht alle Verkehrsträger gleichermaßen von diesem Wachstum. Besonders die Transport­leistung des Schienen­güter­verkehrs stagniert seit einigen Jahren. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass der schienen­gebundene Güter­verkehr besonders auf der freien Strecke, also allen Strecken­abschnitten, die weder Bahnhöfen noch sonstigen Bahn­anlagen zugehörig sind, sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile gegenüber beispielsweise dem Straßen­verkehr aufweist. Allerdings müssen vor Fahrt­beginn Zug­ver­bände in der Transport­quelle zusammen­gestellt und im Anschluss in der Senke wieder aufgelöst werden. Diese Rangier­tätigkeiten erfolgen in Rangier­bahnhöfen oder Zug­bildungs­anlagen und sind in der Regel sehr personal-, kosten- und zeitintensiv. Darunter leidet die wirtschaftliche Effizienz der gesamten schienen­gebundenen logistischen Wertschöpfungs­kette. Darüber hinaus handelt es sich beim Rangieren um eine Risiko­tätigkeit für das Personal. Ziel sollte es daher langfristig sein, Rangier­arbeiten weitestgehend auto­matisiert. Das Vorhaben Elektroniksystem zur automatischen Zugbildung für Güterwagen, kurz AZubiG, stellt sich diesen Herausforderungen des Schienen­güter­verkehrs.

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In AZubiG soll ein Gesamtsystem für die Automatisierung von Rangier­prozessen in Zugbildungs­anlagen auf Basis eines elektrisch angetriebenen Linear­motors und einer hochverfügbaren Ortung und Kommunikation der Güterwagen entstehen und bis zur Demonstrator­reife geführt werden. Es soll eine kostengünstig nachrüstbare System­innovation entstehen, welche interoperabel mit herkömmlichen Rangier­systemen ist. Als potentielle Nutzungs­möglichkeiten nach einem erfolgreichen Vorhaben sind vor allem Rangier­stellen denkbar, bei denen durch ein geringes Verkehrs­aufkommen keine großen Rangier­bahnhöfe gerechtfertigt sind.

Durch AZubiG wird ein Grundstein für elektromobile Logistik im Schienen­güterverkehr gelegt werden. AZubiG ermöglicht zusätzlich einen automatischen und hochflexiblen rund um die Uhr im Rangier- und Bahn­betrieb. Damit wird die letzte Meile auf der Schiene und somit das Gesamt­system Eisen­bahn wieder wettbewerbsfähig und kann seine ökologischen und ökonomischen Vorteile ausspielen.

Projektlaufzeit: 1. Juni 2020 bis 31. Mai 2023
Förderkennzeichen: 16ME0051-K
Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektsteckbrief des BMBF


Evipos – Erhöhung der Verfügbarkeit und Integrität der Positionsbestimmung für den Innovativen Güterwagen der Zukunft

Logo des Forschungsprojektes EVIPOS
Logo des Forschungsprojektes EVIPOS

Das Forschungsprojekt EVIPOS leistete einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Konzepts sogenannter "Innovativer Güterwagen", indem ein multifunktionales sowie energieeffizientes Ortungs- und Kommunikationskonzept entwickelt wurde. Neben der Schätzung von Distanzen durch mehrere Ortungssysteme und der SLAM-Positionierung erfolgte eine Stützung dieser Daten einerseits durch zusätzliche Inertialsensorik und andererseits durch Einbeziehung von Geodaten und deren Bereitstellung für alle EVIPOS-Transceiver. Durch eine Vernetzung der Wagen lässt sich damit auch eine kooperative Ortung auf Basis des SLAM-Verfahrens über Nachbarschaftsbeziehungen realisieren. Somit wurde eine Basis für eine nahtlose Ortung von Outdoor- zu Indoor-Umgebungen im Bahnumfeld geschaffen.

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Die Projektlaufzeit betrug 36 Monate und beinhaltete 9 Arbeitspakete. Bahnkonzept stellte im AP 8 die Geodaten bereit, um einerseits für das SLAM-Verfahren selbst und um andererseits auch für Tests und Kalibrierung der zu entwickelnden Lösungen geographisch verortete Infrastrukturdaten der Bahnnetze vorliegen zu haben. In AP 9 wurden umfangreiche Feldversuche in Rangierbahnhöfen, Abstellanlagen und Ausbesserungswerken der assoziierten Partner durchgeführt. Im Fokus stand die Bewertung der Kontinuität und Genauigkeit der Positionsbestimmung von bewegten Eisenbahngüterwagen unter wechselnden Verfügbarkeiten von Ortungssystemen.

Projektlaufzeit: 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2019
Förderkennzeichen: 1IS16036A-F
Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung


Versato

Logo des Forschungsprojektes VERSATO
Logo des Forschungsprojektes VERSATO

Das Forschungsprojekt VERSATO arbeitete an der Lösung eines essentiellen Problems der satellitengestützten Positionsbestimmung: Der „Verschattung“ der Ortungssatelliten durch Objekte (z.B. Stellwerke, Masten, Wagen und Container) an intensiv genutzten Orten wie Rangierbahnhöfen, Abstellanlagen und Containerterminals. Die Positionsbestimmung soll durch die Verknüpfung und intelligente Verarbeitung  von Satellitendaten deutlich optimiert werden und kann im Bereich Eisenbahnverkehr, Nahverkehr und Logistik vielfältig eingesetzt werden.

Projektlaufzeit: 1. Juli 2013 bis 30. Juni 2015

Förderkennzeichen: 01/S13008B

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung